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Freitag, 24. Dezember 2010

Ortsfamilienbuch Altenburg



Altenburger Kirchenglocken
- eine interessante Geschichte -
letzter Teil

Die Betglocke:
Sie ist die größte Glocke, wiegt 245 kg hat einen Durchmesser von 76,5 cm und ist auf den Ton C ½ HT gestimmt und ist im Glockenstuhl in der Mitte angeordnet. Östlich befindet sich die Taufglocke und westlich die Kreuzglocke. Die Betglocke ist die schönste, mit reichen Verzierungen.

Eingraviert (nicht eingegossen) ist auf einer Seite:

D e i n R e i c h k o m m e
gegenüber unten am Wulst:

A l t e n b u r g 1 9 5 3

oben am Fries ist eingegossen:

19 mich gossen Gebr. Ulrich Kempten i. Allgäu 31

Nach dem Eintrag im Protokollbuch des Kirchengemeinderates wurde sie 1953 gebraucht gekauft von der Gieserei Bachert in Kocherdorf für 1884,85 DM. Sie stammt aus einer katholischen Kirche. Die alten, gegossenen Inschriften wurden entfernt und eine neue Gravur s.oben nach dem Kauf angebracht.

Läuteordnung: Sie läutet bei Tagesanbruch, will zum Morgengebet wecken und täglich an die Auferstehung Christi erinnern. Als Nachtglocke mahnt sie zum Nachtgebet, erinnert an die Todesstunde und an den jüngsten Tag.

In Altenburg läutet sie täglich um 11 Uhr vor der Kreuzglocke und um 19.45 Uhr. Am Samstag um 18 Uhr läutet sie zusammen mit den beiden anderen den Sonntag ein. Am Sonntag besorgt sie das Vorläuten (1 Std. vor Gottesdienst) und das Zusammenläuten zum Gottesdienst mit den beiden anderen Glocken. Bei der Überführung eines Verstorbenen auf den Friedhof läutet sie zusammen mit der Kreuzglocke.

An Weihnachten klingen die Glocken besonders schön ,und Sie wissen auch warum, denn nun kennen Sie auch ihre Geschichte!
Allen Altenburgern wünsche ich eine frohe Weihnachtszeit und alles Gute für das Neue Jahr!

H.T.


Donnerstag, 23. Dezember 2010

Ortsfamilienbuch Altenburg



Altenburger Kirchenglocken
- eine interessante Geschichte -
Teil II


Die Kreuz- und Schiedglocke:

Sie ist die zweitgrößte Glocke und auf der Westseite im Turm angeordnet. Am oberen Rand ist eingegossen:

E h r e s e i G o t t i n d e r Höhe

und auf der Rückseite am unteren Rand:

B o e h r i n g e n 1 9 2 1

Die Glocke weist eine Punzierung auf: Heinrich Kurtz Stuttgart goss mich 1921 . Auch diese Glocke wurde „gebraucht“ am 1.10.1950 von der ev. Kirchengemeinde Böhringen gekauft zum Preis von 813,-- DM, lt. Eintrag im Protokollbuch des KGR Altenburg. Eine zusätzliche Gravur oder Merkmale nach dem Kauf wurde nicht angebracht. Es war ein glücklicher Umstand, daß Jahreszahl und Glockengussfirma identisch ist mit der Taufglocke!

Läuteordnung: Läutet zu all den Tageszeiten, an denen die Gemeinde des Kreuzes Christi gedenken soll: um 9 Uhr zur Stunde der Kreuzigung; um 11 Uhr zur Stunde der einbrechenden Finsternis; um 15 Uhr zu seiner Todesstunde.

In Altenburg hört man sie immer zum Stundenschlag und um 11 Uhr nach der Betglocke. Alle 3 Glocken zusammen ertönen am Samstag um 18 Uhr zum „Sonntag einläuten“ und am Sonntag zum Gottesdienst. Schiedläuten: Bei der Überführung eines Verstorbenen auf den Friedhof gibt sie zusammen mit der Betglocke das letzte Geleit.
















Dienstag, 21. Dezember 2010

Ortsfamilienbuch Altenburg


Altenburger Kirchenglocken
-eine interessante Geschichte-

Bei den Umbauarbeiten 1655-56 finden sich schon Rechnungen von Glocken und Kirchenuhr. In der Beschreibung des OA: Tübingen 1867 ist vermerkt: "Die zwei Glocken auf dem Thurme sind gegossen 1837". Mindestens eine wurde vermutlich im 1. Weltkrieg für Kriegszwecke abgenommen. 1921 wurde von der Glockengießerei Kurtz in Stuttgart eine Glocke gegossen, die Taufglocke. Beim Totengeläute für den am 2.8.1934 verstorbenen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg ist eine der beiden Glocken (vermutlich die 1837 gegossene) zersprungen und wurde neu gegossen.

Im Januar 1942 mußte für die "Materialreserve für Kriegszwecke" wieder eine der beiden Glocken abgenommen werden. Bis 1950 stand nur noch die kleine Taufglocke zur Verfügung.


Am 1.10.1950 wurde eine gebrauchte Glocke von der ev. Kirchengemeinde Böhringen gekauft, die Kreuz- oder Schiedglocke. Vorher wurden bei der Renovierung und Instandsetzung (durch Kriegschäden) ein Stahlgerüst für 3 Glocken im Kirchturm eingebaut. Eine 3. Glocke wurde 1953 gebraucht gekauft, die Betglocke.


Zusammen erklingen sie immer Samstags und läuten den Sonntag ein und zum Gottesdienst Sonntags um 10:00 Uhr. Jetzt, im Advent und in der Weihnachtszeit erklingen sie besonders schön und laden zum Kirchgang ein.


Die Glocken werde ich in 2 weiteren Folgen vorstellen. Für die schlechte Qualität der Bilder möchte ich mich entschuldigen. Es war nicht einfach auf dem sehr beengten Kirchturm, teilw. in liegender Position diese Bilder zu machen.



Heute die Taufglocke

Sie ist die kleinste der 3 Glocken und ist an der Ostseite im Glockenstuhl angeordnet. Am oberen Rand ist eingegossen: H e r r h i l f und in der 2. Zeile: 1 9 2 1 gegenüber weist sie dieselbe Punzierung auf, wie die Kreuzglocke: Heinrich Kurtz Stuttgart goss mich 1921. Sehr wahrscheinlich ist sie die einzig noch verbliebene Glocke seit 1921 bis heute auf dem Altenburger Kirchturm.


Läuteordnung: Ertönt während des Taufaktes, um auch die nicht anwesenden Gemeindeglieder an das Gebet für den Täufling zu erinnern. Man hört sie sehr oft, denn sie besorgt den Viertelstundenschlag und hilft am Samstag um 18 Uhr den beiden größeren beim Sonntag-einläuten. Am Sonntag ist sie beim Vorläuten (1/2 Stunde vor dem Gottesdienst) an der Reihe und natürlich beim Zusammenläuten.